.

Über die AERA

20 Jahre AERA

Im Frühjahr des Jahres 1993 befindet sich Deutschland im Bodyguard-Fieber, Whitney Houston steht mit dem Soundtrack aus diesem Film an der Spitze der Charts und das Wort Internet ist bestenfalls einer Hand voll Freaks bekannt. Computer laufen meist auf DOS-Betriebssystemen, obwohl es bereits Windows 2.0 gibt, Apple kämpft ums Überleben und die ersten D-Netz Handys, die diesen Namen verdienen, kommen für Preise jenseits der 2000 DM-Schwelle in die Läden.

Zur gleichen Zeit wird im schwäbischen Horrheim bei Vaihingen/Enz eine Firma namens AERA gegründet. Im Frühjahr 2013 blickte AERA also auf eine 20-jährige Geschichte zurück. Zwei Dekaden, in denen AERA den deutschen Dentalmarkt – wenn auch in aller Stille – nachhaltig verändert hat. Grund genug, einmal einen Blick hinter die Kulissen von AERA zu werfen und mit den Machern über Vergangenheit und Zukunft zu sprechen.

 

AERA über AERA - was denkt wer?

 

20 Jahre AERA - und jetzt?
Boris Cords, Gründer und Geschäftsleitung von AERA
Boris Cords, Gründer und
Geschäftsleitung von AERA

Guten Tag Herr Cords, wie fühlt es sich an, zwanzig Jahre zurückzublicken und zu sehen, dass Ihre Idee erwachsen geworden ist?
BC: Gut fühlt sich das an. Vielleicht ein wenig wie wenn man ein Kind heranwachsen sieht.

Um bei Ihrem Beispiel zu bleiben; bei Kindern gibt es ja auch schöne und weniger angenehme Zeiten. War das bei AERA ähnlich?
BC: Das kann man wohl sagen. Genau wie bei einem Neugeborenen, das man mitten in der Nacht wickeln muss, fragt man sich anfangs, ob das wirklich eine gute Idee war. Dann kommen die euphorischen Phasen, die Trotzphase und ich glaube fast, dass auch eine Firma in die Pubertät kommt. Aber auch diese Periode haben wir gemeistert und jetzt sind wir alle ein wenig stolz.

Mit anderen Worten „das Kind hat sich jetzt frei geschwommen" und der Vater kann sich zurücklehnen?
BC: Nein, ich glaube hier endet die Analogie. Eine Firma wie AERA entwickelt sich immer weiter, Rahmenbedingungen verändern sich, neue Technologien entstehen und da braucht es viele wache Entwicklungshelfer, um diesen wechselnden Herausforderungen gerecht zu werden. Ich glaube, genau in dieser Hinsicht ist unser Team hervorragend aufgestellt.

Sie sehen den Erfolg von AERA als Teamleistung?
BC: Unsere Mannschaft besteht aus Individualisten, die ihre jeweiligen Stärken ausleben. Dabei geht es zwar nicht immer so ruhig zu wie im Mädchenpensionat – aber in der Sache ziehen alle an einem Strang und haben sogar riesigen Spaß an dem, was sie tun und wie sie es tun. Sehen Sie, als wir im vergangenen Jahr die IDS geplant haben, hat sich die Idee entwickelt, dass wir unsere Kunden mal nicht mit den üblichen Messeinformationen überfüttern sollten, sondern einen Platz anbieten, an dem man sich im Messetrubel ein wenig entspannen kann. So kamen wir auf eine Café-Bar am Strand, Campingstühle und zuletzt auf unseren VW-Bus als Visualisierung dieses Relax-Gefühls. Es gab auf dem Strand-Stand nicht einmal einen Hinweis darauf, was AERA eigentlich macht. Natürlich gab es im Vorfeld heftige Diskussionen. Wir waren aber letztendlich alle so vernarrt in die Idee, dass wir es einfach mal ausprobieren wollten – und das mit unglaublichem Erfolg.

AERA scheint an viele Dinge recht entspannt heranzugehen. Ist „Relax" Ihre Firmenphilosophie?
BC: Ja und nein. Wir arbeiten eigentlich konzentriert und zielgerichtet. Andererseits verschafft uns unser Erfolg eine gewisse Gelassenheit. Wir werden als kompetenter Partner erlebt und müssen niemandem etwas beweisen. Wir sind absolut unabhängig und haben schon immer unser Wachstum aus eigenen Mitteln finanziert. Ich glaube, unter diesen Voraussetzungen kann man schon sagen, dass „Relax" zumindest einen Teil unserer Firmenphilosophie recht gut beschreibt.

Herr Cords, wie feiert ein so innovatives Unternehmen wie AERA eigentlich seinen 20. Geburtstag?
BC: Tja, dazu ist uns bisher noch keine richtig gute Idee gekommen. Daher bitten wir jetzt unsere Kunden, uns Vorschläge zu machen. Der Kunde mit der besten Idee muss dann aber auch mitfeiern. Mal sehen wie das ausgeht...

 

Kein Grund sich auf dem Erreichten auszuruhen
Stefan Voigt, Geschäftsleitung Entwicklung
Stefan Voigt,
Leiter Entwicklung

und Geschäftsleitung

Guten Tag Herr Voigt, als Chef der EDV-Entwicklung haben Sie ja wahrscheinlich inzwischen ein ruhiges Leben. Die Plattform funktioniert seit Jahren ohne Probleme. Die Kunden haben die Bestellabläufe offensichtlich verstanden, die Nutzerzahlen und die Umsätze steigen. Sie können sich also entspannt zurücklegen.
SV: Von dieser Seite habe ich das noch nicht betrachtet. Es stimmt zwar, dass unser System mehr und mehr akzeptiert und genutzt wird, das macht unsere Arbeit aber nicht einfacher. Wir kümmern uns gerade um die interne Optimierung der Bestellabwicklung – ohne die könnten wir nämlich unseren Nutzerzuwachs überhaupt nicht so reibungslos realisieren.

Wie darf ich mir das vorstellen?
SV: Ein simples Beispiel: Früher war es ohne Probleme möglich, ein paar hundert Bestellungen pro Tag zu verarbeiten und ein oder zwei Mal manuell einzugreifen, wenn etwas nicht gepasst hat. Wenn sich die Anzahl der Bestellungen vervielfacht, geht das nicht mehr, dann müssen spezielle Routinen programmiert werden, die das Ganze weiterhin so störungsfrei laufen lassen, wie man das von uns erwartet. Das ist eine extrem wichtige Arbeit, die von außen aber auch nicht unbedingt erkennbar sein muss.


Das klingt wirklich nicht nach Füße hochlegen.
SV: Richtig, wir dürfen niemals mit dem Erreichten zufrieden sein. Es geht immer noch ein wenig besser, bequemer, effizienter und schneller. Es gibt keinen Grund, sich auf dem Erreichten auszuruhen, und die großen Entwicklungsschritte liegen noch vor uns.

Sie machen mich neugierig. Können Sie uns schon etwas von dem verraten, das demnächst auf die Nutzer zukommt?
SV: Ich rede eigentlich nicht gerne über ungelegte Eier. An folgendem Beispiel können Sie aber vielleicht abschätzen, welche Möglichkeiten in kleinen, bereits realisierten Features stecken. Wir haben vor einigen Monaten bei AERA-Online einen Merkzettel eingebaut. Das ist zunächst keine spektakuläre Sache, eröffnet aber Kunden und Herstellern von Zahnarztsoftware zukünftig die Möglichkeit, Listen mit zu bestellenden Artikeln über Schnittstellen direkt an AERA-Online zu senden. Ob das jetzt eine von einem Abrechnungsprogramm erstellte Bedarfsliste oder eine selbst erstellte Excelliste ist, ist dabei völlig egal. Der Merkzettel dient als Zwischenspeicher, aus dem die Aufteilung der Materialien auf verschiedene Warenkörbe und die anschließende Bestellung getätigt werden können. Die Möglichkeiten sind fast unbegrenzt, da wir fremden Systemen den direkten Zugriff auf unsere Datenbanken über so genannte Web-Service-Schnittstellen ermöglichen. Wir machen AERA damit mittelfristig zu einer offenen Plattform, über die die Informations- und Warenströme zwischen Hersteller, Lieferant und Kunde perfekt gesteuert werden können. Es wird also z.B. für Anbieter von Zahnarztsoftware sehr einfach werden, AERA Daten und Funktionen tief in die eigenen Produkte zu integrieren.

Verstehe ich das richtig? Sie erlauben fremden Programmen, direkt auf die Preisdatenbank zuzugreifen?
SV: Ja, warum auch nicht. Wir machen es dem Nutzer dadurch leichter, seine Bestellungen über unsere Plattform abzuwickeln. Warum sollten wir künstliche Hürden aufbauen? Wir freuen uns über jeden Software-Anbieter und jeden Entwickler, der sich dieses Web-Services bedienen möchte.

Aber ist das nicht eine riskante Strategie, zumal AERA ja mit dem Bestellkompass auch ein eigenes Materialverwaltungsprogramm im Angebot hat?
SV: Als wir 2001 die Preisvergleichsdatenbank aus dem Bestellkompass zur kostenlosen Nutzung über AERA-Online freigegeben haben, wurde das auch als riskante Strategie angesehen. Letztendlich haben sich die beiden Angebote unseres Hauses aber nicht kannibalisiert, sondern unterstützt und gefördert. Die weitere Öffnung der Datenbank in Richtung Web-Service hat ein ähnliches Potenzial wie die Einführung von AERA-Online. Die ersten Softwareanbieter haben das bereits verstanden und beginnen, die Möglichkeiten zu nutzen. Wir sind gespannt, wann sich die ersten Kunden ihre eigenen Schnittstellen programmieren.

Ganz offensichtlich habe ich mit meiner Einschätzung hinsichtlich der Ruhe in der Entwicklungsabteilung schief gelegen. Da bahnt sich ja geradezu Revolutionäres an.
SV: Das kann man schon so sehen – aber es ist noch viel mehr in Vorbereitung...

Über das Sie jetzt nicht reden möchten
SV: Nein, absolut nicht. Aber ich kann Ihnen versprechen, dass es sehr spannend bleiben wird.

 

Die Preisdatenbank ist das Herz von AERA
Alexander Stolte, Leiter Dateneingabe
Alexander Stolte,
Leiter Dateneingabe

Guten Tag Herr Stolte. Als Chef der Datenpflege sind Sie quasi der Herr der Preise. Auf der Homepage habe ich gelesen, dass sich in den letzten 30 Tagen 235.000 Preise geändert haben. Das sind fast 8.000 Preise pro Tag. Wie kann man denn solch eine immense Datenflut überhaupt bewältigen?
AS: Mit viel Erfahrung und der richtigen Technik geht das schon. Manche Kunden vermuten zwar, dass wir Hunderte von Zahlensklaven in Kellerverliesen einsperren, die dann die Preise aus Katalogen abtippen müssen, das ist aber nicht mehr der Fall.

Nicht mehr? Hat AERA früher Zahlensklaven im Bürokerker beschäftigt?
AS: (lacht) Nein, natürlich nicht. Aber in der Anfangszeit von AERA haben wir uns manchmal schon ein wenig so gefühlt. Da mussten wir manchmal wirklich Papierlisten abarbeiten, um die Daten aktuell zu haben. Und diese Preisvergleichsdateien haben wir damals per Post als Disketten verschickt. Das Internet war ja faktisch noch gar nicht existent.

Und jetzt schicken Sie Datensammelroboter durch das Internet, die alle Preise zusammensuchen?
AS: Nein, so ein Verfahren ist zwar technisch machbar, bringt aber nicht die Datenqualität, die wir unseren Kunden bieten möchten. So ein Daten-Crawler kann zum Beispiel nicht einschätzen, wie aktuell die Preisdaten sind. Jeder Datensatz müsste also noch einmal logisch verifiziert werden. Wir gehen einen anderen Weg. Im Laufe der Jahre haben wir mit den Lieferanten ein so gutes Verhältnis aufgebaut, dass wir die Preisdaten in elektronischer Form geliefert bekommen. Das bringt eine enorme Datenqualität und einige Lieferanten haben das sogar als preispolitisches Instrument erkannt. In vielen Fällen liegen die uns gemeldeten Preise unter denen im eigenen Shop. Bei uns steht der Lieferant im permanenten Wettbewerb – was auf der eigenen Seite ja nicht so deutlich erkennbar ist.

Liefern denn tatsächlich alle Händler solche Preisinformationen?
AS: Natürlich können wir nicht jeden Lieferanten zwingen, uns die aktuellen Preise zu übermitteln – speziell die etwas teureren Anbieter haben ja kein vitales Interesse daran, im Preisvergleich schlecht dazustehen. In manchen Fällen haben wir die fehlenden Daten dann auch schon mal manuell ergänzt, da unsere Nutzer ja auch Kunden dieser Lieferanten sein können und eine Preisreferenz benötigen. Zum Glück gibt es das aber inzwischen kaum noch. Selbst die etwas teureren Lieferanten haben erkannt, dass es besser ist, mit aktuellen Preisen gelistet zu sein als überhaupt nicht.

Die Preisdifferenz zwischen den einzelnen Lieferanten bei gleichen Produkten ist ja in vielen Fällen unglaublich groß. Erkauft sich die Praxis diesen Preisvorteil eventuell durch schlechte Liefer- oder Servicequalität?
AS: Das war am Anfang leider in manchen Fällen wirklich so. Es gab einen Lieferanten, der unglaublich lange Lieferzeiten hatte – was unsere Nutzer natürlich mit Recht verärgert hat. Wir haben daher schon vor vielen Jahren ein Lieferantenbewertungssystem eingeführt, in dem schlechte Lieferanten sofort erkennbar wurden. Das System hat sich schnell bewährt. Innerhalb kürzester Zeit haben unsere Kunden auf die negativen Bewertungen der Kollegen reagiert und bei diesen Lieferanten nicht mehr bestellt. Die schlecht bewerteten Lieferanten sind übrigens inzwischen alle vom Markt verschwunden. Heute achten unsere Lieferanten penibel darauf, eine maximale Servicequalität zu bieten und selbst die preiswertesten Anbieter schmücken sich inzwischen mit Bestnoten beim Lieferservice.

Wie ist das aber bei ganz neuen Lieferanten? Da liegen ja noch keine Erfahrungen vor. Nimmt AERA jeden neuen Lieferanten ohne weiteres in den Preisvergleich mit auf?
AS: Wir werden niemandem grundsätzlich die Listung verwehren. Allerdings müssen schon bestimmte Qualitätskriterien erfüllt sein, die wir vor der Aufnahme überprüfen. Wir mussten bereits einzelne Lieferanten auch wieder auslisten, das kommt aber nur extrem selten vor.

Neben der beeindruckenden Zahl der Preisänderungen hat mich die absolute Zahl der gelisteten Produkte überrascht. Gibt es wirklich fast 90.000 Produkte im Dentalmarkt?
AS: Die Zahl liegt sogar noch höher, tatsächlich umsatzrelevant sind zwar nur rund 2000 Artikel, die zusammen mehr als 95 Prozent des Umsatzes generieren. Aber der Rest muss eben auch gepflegt werden. Von Zeit zu Zeit rufen uns Kunden an, die ein bestimmtes Produkt nicht finden. Wenn möglich ermitteln wir dann auch diesen Preis und pflegen den in die Datenbank ein.

Das klingt so, als könnten Sie den Praxen mit dieser Preisvergleichs-Datenbank ein „Rundum sorglos Paket" bieten.
AS: Das sehe ich genau so – aber schön, dass Sie das so sagen.

 

Zuhören ist wichtig
Horst Lang, Supportcenter
Horst Lang, Supportcenter

Guten Tag Herr Lang. Sie sind bei AERA für den Bereich Schulung und Vertrieb verantwortlich. Wie viele Kunden hatten Sie heute schon am Telefon?
HL: Gezählt habe ich sie nicht, aber ich denke, dass ich jeden Tag durchschnittlich mit zehn Kunden direkten Telefonkontakt habe und dabei drei bis vier Stunden täglich zusammenkommen – unsere Servicedamen toppen das natürlich.

Gibt es denn so viele Reklamationen oder Fragen?
HL: Keinesfalls. Wir pflegen aber einen regen Kundenkontakt, rufen jeden Neukunden an, um unsere Hilfestellung beim Einstieg ins System anzubieten und haben damit auch immer das Ohr am Markt.

Ist AERA-Online denn so schwer zu verstehen, dass der Nutzer eine Hilfestellung braucht?
HL: Wir haben schon vor Jahren festgestellt, dass einige unserer Kunden anfangs unreflektiert jedem Sonderpreis hinterher jagen und dadurch unnötige Portokosten produzieren. Durch unser Schulungsangebot lassen sich diese Anfängerfehler vermeiden und unsere Kunden sind rundum zufrieden. Bei diesen Telefonaten bekommt man auch ein sehr gutes Gespür dafür, wo es noch Optimierungsansätze gibt – und die fließen dann auch gleich wieder in die Programmentwicklung ein.

Eigentlich geht es bei AERA doch schon seit Jahren um den Preisvergleich und um die Bestellung beim Lieferanten. Da kann sich doch nicht mehr sehr viel ändern – außer den Preisen natürlich.
HL: Wenn wir den Funktionsumfang von AERA-Online im Jahr 2003 mit heute vergleichen, würden Ihnen wahrscheinlich radikale Veränderungen auffallen. Dabei ist nicht nur das Design viel ergonomischer geworden. Am Anfang gab es beispielsweise noch keine Lieferantenbewertung, dann haben wir verschiedene Listenfunktionen integriert, die die Nachbestellung deutlich erleichtern. Ganz aktuell haben wir das Feature „Merkzettel" eingebaut und das ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange.

Und diese Funktionserweiterungen basieren auf konkreten Anregungen der Nutzer?
HL: Zumindest resultieren sie daraus. Lassen Sie mich das an einem Beispiel erklären: Ein Nutzer ruft uns an, da er bei einer Bestellung eine Position vergessen hat – was natürlich immer Sekunden nach dem Klick auf die Bestellung-Senden-Taste auffällt – und bittet, die Bestellung zu stornieren. Da das nicht gerade selten vorkommt, haben wir uns überlegt, welches Problem der Nutzer eigentlich hat. Er will seiner aktuellen Bestellung noch eine Position zufügen um nicht zusätzliche Portokosten zu produzieren. Die frappierend einfache Lösung in diesem Fall war, die Bestellungen für 15 Minuten in eine Warteschlange zu schicken. Nun kann der Nutzer die Bestellung selbst zurückholen und ergänzen. Durch aufmerksames Zuhören konnten wir allen unseren Nutzern eine sinnvolle Erleichterung verschaffen.

Ein nachvollziehbares Beispiel, aber das setzt natürlich voraus, dass sich die Nutzer mit ihren Problemen tatsächlich bei AERA melden.
HL: Genau, deswegen versuchen wir zu allen Kunden von Anfang an ein persönliches Vertrauensverhältnis aufzubauen. Unsere Nutzer sollen uns persönlich kennen und namentliche Ansprechpartner haben. Daher auch unser Erstanruf gleich nach der Anmeldung. Einen vergleichbaren Service gibt es meines Wissens bei keinem Portal, egal in welcher Branche.

Es erfordert aber sicher einen extrem hohen Personaleinsatz, wenn man sich so umfassend mit den Kundenwünschen auseinandersetzt.
HL: Natürlich, aber wir sehen das als Investition in die Zukunft unseres Unternehmens. Das unterscheidet uns ja auch von den vielen anonymen Portalen, die es in anderen Branchen gibt. Ich denke, 70 Prozent unserer Neukunden registrieren sich auf Empfehlung von Kollegen, die das, was wir machen – und die Art wie wir es machen – gut finden.

Das Internet ist ja ein Medium ohne Büro- und Ladenöffnungszeiten. Wie kann AERA sicherstellen, dass spontane Frage auch möglichst umgehend beantwortet werden? Ist das Servicecenter denn rund um die Uhr besetzt?
HL: Ganz so weit geht es natürlich nicht. Aber wir nutzen alle Medien, um für unsere Nutzer ständig präsent zu sein. Wir haben vor über drei Jahren damit begonnen, zu den typischen Fragestellungen erklärende Schulungsvideos zu erstellen, die rund um die Uhr verfügbar sind. Das Angebot wird sehr gut angenommen und wir haben bereits mehrere hunderttausend Aufrufe gezählt. Auch bei diesen Videos  gehen wir einen sehr persönlichen Weg. Wir produzieren sie komplett selbst, nehmen notfalls kleine technische Unzulänglichkeiten in Kauf, verzichten auf die üblichen Profisprecher und Darsteller. Dadurch bleiben diese Videos authentisch und persönlich.

Könnte es sein, dass man Sie in diesen Videos selbst entdecken kann?
HL: Ertappt. Bei Messen oder Vorträgen kommt es gelegentlich vor, dass mich Kunden auf die Videos ansprechen. Viel wichtiger jedoch ist, dass AERA mit Menschen assoziiert wird. In unserem Servicecenter sind alle Arbeitsplätze mit Webcams ausgestattet, die auch unsere Mitarbeiter bei Bedarf  „sichtbar" machen können. So klappt es mit der persönlichen Kundenkommunikation eben am Besten.

Man wird AERA also auch in Zukunft nicht nur „anrufen" sondern auch „ansehen" können?
HL: Selbstverständlich, wir stehen da erst am Anfang unserer Ideen und Möglichkeiten.

 

Kalifornische Erinnerungen
Herr Bulli, Leiter Relax-Abteilung
Herr Bulli, Leiter Relax-Abteilung

Übersetzt durch einen AERA-Mitarbeiter :-)

Guten Tag Herr Bulli, wie fühlt man sich denn so als Heimkehrer nach all den Jahren in der Fremde?
Bulli: Oh, sag doch Äddäm zu mir, in meiner bisherigen Heimat war man nie so förmlich.

OK, also Äddäm. Ihre bisherige Heimat war Kalifornien. Geboren sind Sie aber doch in Deutschland?
Bulli: Na klar. Am 1. Juli 1971 in Wolfsburg. Ich war aber schon immer für den Export bestimmt. Das kannst Du schon an den amerikanischen Stoßstangen erkennen. In Deutschland hatten die so was ja noch gar nicht.

Erzählen Sie uns doch mal ein wenig aus Ihrer Vergangenheit. Haben Sie die wilden Jahre in Kalifornien selbst miterlebt? Mit Surfen, Strandpartys und all diesen Dingen?
Bulli: Waren wir nicht schon beim Du? Als ich rübergekommen bin, waren die schlimmsten Hippie-Jahre ja schon vorbei. Ich habe aber noch eine Menge Busse mit kompletter Love and Peace Kriegsbemalung kennen gelernt. Einige von denen haben ganz schön nach Räucherstäbchen gerochen, wenn du weißt, was ich meine.

Aber Sie selbst haben nie...?
Bulli: Also höchstens mal gepafft, nie über den Vergaser. Meine damaligen Besitzer waren sowieso eher die sportlichen Typen, so mit Surfboards, weißt du?

Das klingt ja nach einem echten kalifornischen Traum. Wie ging es dann weiter?
Bulli: Nun, zuerst verschwanden die Surfbretter, dann kam der Kinderwagen und statt an den Strand ging es ins Einkaufszentrum. Wir sind dann auch aus Santa Monica weggezogen...

Höre ich da ein wenig Wehmut, Äddäm?
Bulli: Nun ja, am Strand hat es mir natürlich besser gefallen, aber man hat das Lenkrad ja nicht in der Hand. Was aber schlimmer war, waren die Kinder von meinen Leuten. Richtig eklig. Eigentlich waren nicht die Kinder eklig, sondern das ganze Zeug, das sie in meine Polster reingeschmiert haben. Eiscreme, Barbecue-Soße, Pommes und Ketchup, angenagte Pizzareste, solche Sachen eben. Im Laufe der Zeit bin ich ganz schön runtergekommen. Irgendwann haben mich meine Leute dann für einen Volvo in Zahlung gegeben.

Und wie ging´s weiter?
Bulli: Nun, zunächst habe ich ewig auf dem Hof des Gebrauchtwagenhändlers gestanden. Dann hatte ich in schnellem Wechsel mehrere Besitzer, an die ich mich eigentlich nicht erinnern möchte. Eine Waschstraße habe ich in dieser Zeit nicht gesehen, dafür aber die Verwahrplätze der Polizei, wohin man wegen falschen Parkens geschleppt wird. Dort lernt man vielleicht zwielichtige Auto-Typen kennen. Mannomann! Irgendwann hat mich dann bei einer Pfandversteigerung ein Autohändler ersteigert. Ich war damals ja auch schon 30 und habe gedacht, das war´s jetzt. Ausschlachten und dann Schrottpresse. Offensichtlich hatte ich aber doch noch einen ganz guten Body und nach einiger Zeit haben die mich tatsächlich noch mal in die Auto-Reha geschickt und sogar mit ein bisschen Schnickschnack aufgepimpt. Meine Tieferlegung und die Weißwandreifen stammen noch von damals. In den USA hat mich aber trotzdem keiner haben wollen.

Und deshalb kamen Sie wieder in Ihr Geburtsland zurück.
Bulli: Hey Baby, sag Du zu mir, ja?

Ok, Äddäm
Bulli: Ich hatte eigentlich tierische Angst davor. In Deutschland sind ja von meiner Generation nur noch wenige übrig geblieben. Das schlechte Wetter, der Regen, der Rostfraß. Ich habe aber letztendlich Glück gehabt. Meine neuen Besitzer haben mich in eine hübsche, trockene Halle gestellt und holen mich eigentlich nur bei kalifornischen Bedingungen raus. Regelmäßig geputzt werde ich auch, es gibt Jahrgangsschmieröl und auch der Sprit ist 1A. So kann man es sich auf seine alten Tage gefallen lassen.

Und dann standen Sie ja plötzlich noch einmal im Rampenlicht.
Bulli: Sag Du, Baby, ja? Ja, das kann man so sagen. Mitten im Winter haben die Jungs mich extragründlich sauber machen lassen, in eine Plastikfolie gewickelt und mit einem geschlossenen Autotransporter nach Köln gebracht. Du musst wissen, geschlossene Autotransporter sind das Größte. Das ist der rollende VIP-Bereich. Da kommen sonst nur die Kollegen von Porsche oder Lamborghini rein. Dann haben die mich mitten auf einer Messe mit merkwürdigen Zahnsachen auf einen fast echten Strand gestellt, mit Wellen und Campingstühlen. Fast wie damals in Kalifornien. Du glaubst es nicht, da kamen jede Menge Besucher, die sich ganz interessiert nach mir erkundigt haben und mir von ihren Erlebnissen mit meinen Kollegen erzählt haben. Das war echt cool. Die Chefs haben mir übrigens versprochen, dass ich in zwei Jahren  wieder dort hin darf.

Vielen Dank, Äddäm, für diese spannende Geschichte, wir sehen uns also dann wieder in Köln
Bulli: Wäre doch schade, wenn es so lange dauern würde. Wir könnten doch jetzt gleich mal ´ne Runde um den Block kurven?

.

xxnoxx_zaehler